Kennst du das Gefühl, wenn du im Frühjahr die Preise anpassen willst – und plötzlich merkst, dass du das für 30 verschiedene Raten einzeln machen müsstest? In HS3 hat sich das oft so entwickelt: eine Rate für jede Situation, jede Saison, jeden Kanal. Das war nie falsch – es war die logische Antwort auf echte Anforderungen. Aber der Wechsel zu Mews ist eine gute Gelegenheit, das Ganze neu zu denken.
Was steckt dahinter?
In Mews gibt es zwei Arten von Raten: Basisraten und abgeleitete Raten. Eine Basisrate ist dein Ausgangspunkt – zum Beispiel dein Best Available Rate (BAR). Abgeleitete Raten bauen darauf auf: Sie nehmen die Basisrate und rechnen automatisch einen Prozentsatz oder einen festen Betrag dazu oder davon ab.
Das Entscheidende: Wenn du den BAR anpasst, passen sich alle abgeleiteten Raten automatisch mit an. Du änderst eine Zahl – und alles zieht nach. Kein manuelles Durchklicken, kein Vergessen.
Ein konkretes Beispiel
Stell dir vor, du führst ein Boutiquehotel mit knapp 30 Zimmern. Dein BAR ist die Basis. Daraus entstehen:
BAR → Mitgliederrabatt (−10 %) → Non-refundable (−15 %) → OTA-Aufschlag (+12 %)
Drei abgeleitete Raten, eine Basis. Wenn du den BAR von 120 € auf 135 € hebst, passen sich alle drei automatisch an – ohne dass du jede Rate einzeln anfassen musst.
Was das für dein Yield-Management bedeutet
Genau hier liegt der praktische Nutzen: Du kannst flexibler auf Nachfrage reagieren. Wenn ein Wochenende gut gebucht ist, erhöhst du den BAR – und dein Non-refundable-Preis zieht automatisch mit, bleibt aber weiterhin günstiger als die flexible Rate. Die Preislogik bleibt konsistent, ohne dass du sie jedes Mal neu aufbauen musst.
Als Faustregel: Ein Haus deiner Größe kommt gut mit 4–8 Raten aus – nicht 30. Weniger Raten bedeuten weniger Pflegeaufwand und weniger Fehlerquellen.
Was ein Wechsel bedeutet
HS3-Raten und Pakete werden nicht automatisch übernommen – sie müssen in Mews neu aufgebaut werden.
Das klingt nach Arbeit, und das ist es auch. Aber es ist gleichzeitig die Chance, nur das mitzunehmen, was wirklich gebraucht wird. Dein Team braucht die ersten Wochen, um sich an die neue Logik zu gewöhnen – das ist normal und einkalkuliert. Was bleibt: deine Preisstrategie, deine Segmente, dein Wissen über deine Gäste. Das System ändert sich, die Strategie dahinter nicht.
Was du jetzt tun kannst
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Zähle deine aktiven HS3-Raten. Sind es mehr als 15? Welche davon hat in den letzten 6 Monaten tatsächlich eine Buchung erzeugt?
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Identifiziere deine echte Basisrate. Welche Rate ist dein tatsächlicher Ausgangspunkt für alle anderen Preise – und ist das in HS3 auch so abgebildet?
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Schreibe auf, welche Rabatte oder Aufschläge du regelmäßig verwendest – Mitgliederrabatt, Non-refundable, Kanalaufschlag. Das sind deine künftigen abgeleiteten Raten.
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Frag dich ehrlich: Welche deiner Raten existieren nur noch aus Gewohnheit – und welche brauchst du wirklich, um deine Gäste richtig zu bedienen?
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Schick deinem Onboarding Manager vorab eine Liste deiner wichtigsten Raten – das spart im Konfigurationsgespräch erheblich Zeit.
🎥 Video zum Thema
Kurzer Überblick über Basis- und abgeleitete Raten in Mews – hilfreich, wenn du das Konzept einmal in der Praxis sehen möchtest, bevor du mit der Konfiguration beginnst: Ratenverwaltung und Preisgestaltung
📚 Hilfreiche Ressourcen
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🔗 Preisgestaltung für Raten festlegen — Zeigt, wie du einen Basispreis festlegst und daraus weitere Preise ableitest, damit Preisänderungen sauber mitlaufen.
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🔗 Eine Rate erstellen — Hilfreich, wenn du verstehen möchtest, wie eine neue Rate aufgebaut ist und wann sie von einer bestehenden Rate abhängt.
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🔗 Ratenmanagement — Guter Praxisartikel für die laufende Preissteuerung, inklusive Basispreis, Anpassungen je Kategorie und Preisüberschreibungen.
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🔗 Preise für einzelne Tagen überschreiben — Nützlich, wenn du für einzelne Tage gezielt abweichende Preise setzen möchtest, ohne deine gesamte Preislogik neu zu bauen.
💬 Fragen oder Feedback?
Hinterlasse uns einen Kommentar — wir freuen uns auf deine Erfahrungen mit Basis- und abgeleiteten Raten.
